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Oral History: Zeitzeug*innen erinnern sich an Nissenhütten

Die Nissenhütte, ihre Bedeutung und Funktion – ein Oral History-Projekt

Am 10. Oktober 2021 findet europaweit der vierte Tag der Restaurierung statt. Dieser Tag wird von der Museumsfachwelt zum Anlass genommen, auf die Belange von erhaltenswertem Kunst- und Kulturgut aufmerksam zu machen. Dabei gibt es die Möglichkeit, hinter die Kulissen zu blicken, zu erfahren, was im Vorfeld einer Ausstellung „hinter verschlossenen Türen“ passiert, und welche Erfordernisse der Erhalt von Kunst- und Kulturgut mit sich bringt.

Das Museum Friedland widmet sich im Besonderen seiner Sammlung an immateriellem Kulturgut und verdeutlicht am Beispiel der Nissenhütte die Bedeutung von Oral History für seine Sammlungs- und Ausstellungstätigkeit.

Neben „klassischen“ Museumsobjekten sammelt und dokumentiert das Museum Friedland mündlich überlieferte, erzählte Geschichte und führt lebensgeschichtliche Interviews durch. Die Anforderungen an deren Erhalt entsprechen den musealen Standards. Die Kriterien der Erschließung, Dokumentation und Archivierung sind vergleichbar mit klassischen Objekten. Zeitzeug*innen tragen entscheidend durch ihre erinnerte Geschichte zum Sammlungsbestand bei.

Vorbereitend auf die Neugestaltung der Nissenhütte, einer frühen Notunterkunft im Grenzdurchgangslager Friedland, führt das Museumsteam einen Oral-History-Tag durch, bei dem Zeitzeug*innen nach ihren Erinnerungen an die Anfänge des Lagers, die Nissenhütten und ihre Funktion befragt werden. Die Erinnerungsberichte sollen in die Neugestaltung der Nissenhütte einfließen.

Seit der Entstehung des Grenzdurchgangslagers Friedland prägten sogenannte Nissenhütten, benannt nach ihrem Erfinder, dem kanadischen Ingenieur und Offizier Peter Norman Nissen, das Bild vom Lager. In der Anfangszeit zählte das Lager um die 220 Nissenhütten.

Im Wesentlichen wurden sie als Unterkünfte für Lagerbewohner*innen und Mitarbeiter*innen , als Waschräume, Kindergarten oder Kleiderkammer und Kapelle genutzt. Ab den 1950er Jahren wichen sie nach und nach den Holzbaracken.

Anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Grenzdurchgangslagers fand die letzte vorhandene Nissenhütte ihren neuen Standort an exponierter Stelle im Grenzdurchgangslager Friedland und erfuhr damit eine Wertschätzung als erhaltenswertes Bauelement der Lagergeschichte.

Um ihre historische Bedeutung als Teil der Erinnerungskultur zu würdigen, plant das Museum Friedland für 2022 eine Ausstellung, die sich diesen frühen Unterkünften im Lager widmet. Neben historischen Berichten und Fotografien sollen auch persönliche Erinnerungen an das Leben in den Nissenhütten berücksichtig werden und in die Ausstellungsgestaltung einfließen.

Wir suchen Zeitzeug*innen, die sich an Nissenhütten erinnern, in einer solchen gewohnt oder sich zu anderen Zwecken in einer solchen aufgehalten haben. Bitte kontaktieren Sie uns unter: [email protected], Tel.: 05504-8056205 bzw. 05504-8056202.

Details

Datum:
10. Oktober
Eintritt:
kostenlos
Veranstaltungskategorie:
Website:
http://www.museum-friedland.de

Veranstaltungsort

Museum Friedland
Bahnhofstr. 2
37133 Friedland
+ Google Karte
Telefon:
055048056205
Website:
www.museum-friedland.de

Veranstalter

Museum Friedland
Telefon:
05504-8056205
E-Mail:
kruppa@museum-friedland.de
Website:
www.museum-friedland.de