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Ganz nah dran! Europäischer Tag der Restaurierung auf der Veste Coburg

Was verrät eine winzige Kerbe in einer Metalloberfläche? Was erzählen Farbschichten über das ursprüngliche Aussehen eines Objekts? Beim Europäischen Tag der Restaurierung geht es auf der Veste Coburg ganz nah heran an die Objekte – und an die Geschichten, die in ihnen stecken.

 

„Ganz nah dran!“ lautet das diesjährige Motto des Europäischen Tages der Restaurierung. Restauratorinnen und Restauratoren in ganz Deutschland geben an diesem Tag Einblicke in ihre Arbeit und zeigen, wie sie Kulturgut untersuchen, bewahren und für die Zukunft sichern.   Bei zwei Führungen mit Dipl. Restaurator Heiner Grieb werden jeweils um 13 und 15 Uhr ausgewählte Objekte ganz genau unter die Lupe genommen.  Gebrauchsspuren, Verschmutzungen und kleinste Veränderungen können Hinweise darauf geben, wie ein Objekt benutzt wurde und was es im Laufe seiner Geschichte erlebt hat. Dabei können auch Spuren früherer Restaurierungen zum Vorschein kommen. Ob ein kostbarer Damast tatsächlich echt und historisch oder eine spätere Nachahmung ist, lässt sich durch genaue Untersuchung der Oberfläche und des Materials herausfinden.  Auch Beleuchtung, oder das Ertasten von Oberflächen können wichtige Informationen liefern. Wie verändert sich eine Oberfläche, wenn das Licht aus einem anderen Winkel darauf fällt? Welche Strukturen werden dadurch sichtbar?

Ein weiterer Blick richtet sich auf Farbfassungen historischer Objekte. Mithilfe von Querschliffen können Restauratorinnen und Restauratoren die einzelnen Farbschichten einer Oberfläche untersuchen. Unter dem Mikroskop wird sichtbar, welche Farben übereinanderliegen und wie sich das Erscheinungsbild eines Objekts im Laufe der Zeit verändert hat. Auch das Material selbst kann viel über ein Objekt verraten. Historische Holzobjekte wie etwa Zünder oder sogenannte Pechkränze können durch eine Holzartenbestimmung genauer eingeordnet und untersucht werden.

 

Der Europäische Tag der Restaurierung lädt damit zu einem besonderen Perspektivwechsel ein. Denn die Besucherinnen und Besucher sehen die Museumsobjekte nicht nur als fertige Kunstwerke oder historische Zeugnisse, sondern lernen auch, genau hinzuschauen, weil   eine spannende Geschichte manchmal genau da erst beginnt.

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